Jugendliche sind keine Wahlmuffel
Die Wahlbeteiligung bei den Erst- und Jungwählern am kommenden Sonntag wird bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen nicht viel geringer ausfallen wie bei den älteren Wahlberechtigten. Das ergab eine aktuelle Online-Befragung unter knapp 600 Tiroler Erst- und Jungwählern, die im Auftrag der Plattform Youth Democracy und der Jungen Volkspartei Tirol durchgeführt wurde.
So gaben 75,7 Prozent der Befragten an, „ganz sicher“ von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Bei 19,4 Prozent ist die Teilnahme noch nicht sicher und lediglich 4.9 Prozent der Befragten werden „ganz sicher nicht“ zur Wahl gehen. „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis. Immer wieder wird ja behauptet, wir Jungen seien total politikverdrossen und deshalb absolute Wahlmuffel“ freut sich Michael Riepler, Landesobmann der Jungen Volkspartei Tirol, über dieses positive Ergebnis der Befragung.
Bei der Frage, was denn die persönlichen Beweggründe dafür sind, wählen zu gehen, gaben 45,1% an, dass sie einen oder mehrere Kandidaten persönlich kennen. Weitere 41,5% der Befragten gaben als Antwort an, dass sie an einem speziellen Thema interessiert sind. Das Argument „Weil in der Familie alle gehen“, war nur für 9,8% der Befragten ein Motiv. Weil er/sie bei dieser Wahl zum ersten Mal wählen darf, ist lediglich für 3,7% der Befragten ein Grund für einen Urnengang. „Das Ergebnis zeigt, dass die Jugend in Tirol bezüglich ihrem Interesse am politischen Geschehen vielfach unterschätzt wird. Denn eine themenbezogene Motivation kann als zielorientierte und damit politisch motivierte Einstellung interpretiert werden. Damit beschäftigen sich 86,6% der befragten Jugendlichen mit Politik“, meint Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.
Das hohe politische Interesse für die Gemeinderatswahl und die hohe Partizipation führen JVP-Chef Michael Riepler und Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf vor allem auf den besonderen Charakter der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen zurück. „Bei Kommunalwahlen geht es eben um direkte Entscheidungen im unmittelbaren Lebensumfeld von jungen Menschen. Das motiviert und bewegt auch dazu, sich für ganz konkrete Anliegen einzusetzen“, meint LR Zoller-Frischauf. Riepler verweist weiter darauf, dass es heuer gelungen sei, sehr viele junge Kandidatinnen und Kandidaten auf wählbaren Listenplätzen zu positionieren: „Wir wollen, dass wir Junge selbst mitbestimmen und nicht nur die Älteren über uns bestimmen“, so Riepler. Im Unterschied zu anderen Parteien „reden wir in der Tiroler Volkspartei nicht nur von den Jungen, sondern lassen sie wirklich mitreden“, so Riepler abschließend.
Die Online-Befragung „Tiroler Jugendstudie 2010“ wurde durch das Unternehmen „Leonardo-Diagnostik“ durchgeführt und ausgewertet.
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